
Es zieht mich vor dem Winter erneut in die Berge, und mir war klar, dass ich nach Tirol wollte. Allerdings liegt die zweite Septemberhälfte außerhalb der Sommersaison, und viele Unterkünfte, Hütten, Seilbahnen und Restaurants machen eine Pause vor dem Winter. An den Pisten und Bahnen wird gearbeitet, damit alles fit für den Winter ist.
Mir gefällt die Jahreszeit, es ist nicht mehr so warm, die Sonne scheint und wärmt trotzdem noch schön. Das Laub der Bäume verfärbt sich langsam, und die Berge werden etwas bunter.

Die Unterkunftssuche über die Ötztal Website hat die bekannten Buchungsportale geschlagen. Ich habe mich direkt für eine Pension in Sölden entschieden, in der die Ötztal Sommer Card inkludiert ist. Sölden ist nicht unbedingt das Ziel meiner Wahl, bietet aber genau in dieser Jahreszeit noch viele Möglichkeiten. Der Trubel im Winter ist für mich kaum vorstellbar. Die meisten Bars und Restaurants sowie Liftanlagen sind im Sommer geschlossen. Jetzt Ende September ist es noch einmal ruhiger geworden.
Das Ötztal ist 67 Kilometer lang und erstreckt sich vom Talanfang über 3.000 Höhenmeter in die Gipfelwelt. Hier gibt es mehr als 1600 km an Wanderwegen in diversen Schwierigkeitsgraden und allen Höhen.
Dieses Mal fahre ich mit dem ICE über Ulm. Das letzte Stück fährt der Zug schon sehr langsam. Die Strecke ist kurvenreich und ich freue mich über die zunehmende Anzahl an Tunneln auf dem Weg zum Bahnhof Ötztal.

Ab hier sind es noch eine gute Stunde mit dem „Ötztaler“ bis Sölden. Die Frühstückspension Bergblick ist quasi gegenüber der Gaislachbahn und mein Einzelzimmer hat einen kleinen Balkon mit Blick auf den Gaislachkogl.
Tag 1 – Sölden
Sonne, 7 Grad – ich habe mir vorgenommen, zur Mittelstation der Gaislachkoglbahn zu wandern. Der Aufstieg unter der Seilbahn ist aktuell wegen Baumaßnahmen an der Skipiste nicht möglich und ich gehe Richtung Ortsausgang und finde am Beginn der Ötztaler Gletscherstrasse einen Einstieg in den Wanderweg. Ein leicht zu gehender Waldsteig schlängelt sich hoch, es geht durch Infang und weiter zur Goldeggalm. Auch diese Alm ist bereits geschlossen.

Ein Stück gehe ich den Zwergerl-Weg, der ein wenig unterhalb der Bahnstation endet.

Das letzte Stück ist es wieder ein Forstweg, der mich zur Seilbahn führt. Nach guten 880HM geht es mir super und ich überlege einen Moment, den Aufstieg zum Geislachkogl in Angriff zu nehmen. Es ist mein erster Wandertag und ich entscheide mich dazu auf dieser Höhe zu bleiben. Ein schöner Steig führt mich zur Hühnersteigen Alm und weiter an der Gampe Thaya vorbei zum Sonnblick und schließlich wieder hoch, bis ich die Bergstation der Giggijochbahn erreiche.

Ich gönne mir einen Radler im Seilbahnrestaurant und genieße anschließend die Seilbahnfahrt zurück nach Sölden. Meine heutige Tour mit knappen 1200 HM und 15 km war zu Beginn sehr einsam, aber gut zu gehen. Der Trail zwischen Gaislachkoglbahn und Hühnersteigen war eine gemeinsam genutzte Strecke für Biker und Hiker. Heute war nicht viel los, sodass es kein Problem war. Generell werden hier die Biker mit vielen Strecken gut versorgt, sodass die Hiker problemlos eigene Wege gehen können.
Zum Schluss fahre ich noch einmal mit der Gaislachkoglbahn zum Gaislachkogl hoch. Die Bahnfahrt ist in meiner Summer Card inklusive, und ich liebe die Auffahrt zum 007 Elements. Heute Nachmittag war es echt windig und frisch, sodass ich nur schnell geschaut habe und wieder heruntergegondelt bin.

Tag 2 – Sölden
Der Gaislachkogl ist noch wolkenverhangen, er ist mein heutiges und ein lang ersehntes Ziel.

Nachdem ich gestern das erste Stück bis zur Mittelstation aufgewandert war, nehme ich heute die Seilbahn zur Mittelstation auf 2174 m. Der gelbe Wegweiser leitet mich bergauf -> „Gaislachkogl 3056 m, 3h“. Es ist sehr wolkig, ich entscheide mich für die „dreckige“ Variante, ich gehe den Fahrweg. Der Steig über den Gaislachsee ist sicher idyllischer. Am Ende ist das Ziel identisch. Der Fahrweg ist teilweise sehr steil und bietet immerhin einen schönen Blick in Richtung Hochsölden und Rotkogl. In den knappen 2 Stunden, die ich brauche, bis ich oben ankomme, überholt mich ein Auto. Wanderer sehe ich keine. Auf dem Gipfel ist es kalt, windig und noch immer sehr wolkig.
Ich hatte in den letzten Tagen einige Wanderberichte zu dem Aufstieg gelesen und auch die damit verbundene Kritik, dass die Gäste in Turnschuhen hochfahren und man als Aufsteigender ein komisches Gefühl hat. Ja, durchaus! Aber auch ich bin schon oft mit der Gondel hochgefahren und fand bisher nichts Verwerfliches daran. Heute gehöre ich zu denen, die hochgelaufen sind, und das macht mich glücklich, auf eine besondere Art und Weise.

Zu meinem Aufstieg gehört natürlich auch der kurze Treppenaufstieg zum Gipfelkreuz. Ein toller Rundumblick bleibt heute aufgrund der Wolken aus.

Ich kenne es gut, aber heute darf es nicht fehlen -> 007 Elements. Die Aussicht von der Terrasse ist super und die Ausstellung, trotzdem ich sie kenne, immer wieder gut.



Glücklich gondele ich, stilvoll in einer 007-Gondel, zur Mittelstation herunter. So richtig ausgelastet bin ich immer noch nicht ganz. Deshalb entschied ich mich für die wenig anspruchsvolle Wanderung zur Langeggbahn.
Die Auffahrt im Lift zur Rotkoglhütte auf 2662 m schenkte mir noch einmal den Blick auf meinen heutigen Aufstieg.

Ich genieße die Fahrt und schaue auf den Rettenbachgletscher, der langsam immer besser zu sehen ist.


Die Rotkoglhütte ist bereits im Herbsturlaub, so gehe ich zu der kleinen Kapelle “Maria Schnee“ und lasse die Ruhe auf mich wirken. Sie ist geöffnet. Ich schaue mich um und setze mich davor auf eine Bank.


Der Abstieg zur Bergstation der Giggijochbahn erfolgt entweder über den Fahrweg oder verläuft, wie in meinem Fall, am Speicherteich Rotkogl vorbei. Ein Stück geht es in Richtung Rettenbachalm und dann quer am Berg entlang, bis ich auf den Fahrweg stoße. Dieser Weg ist etwas anspruchsvoller, ein alpiner Steig und ein wenig Blockwerk sind zu überwinden.

Tag 3 – Sölden
Heute gibt es keine Hoffnung auf gutes Wetter, Dauerregen, Gewitter, Wind – kein Bergwetter für mich.

Nach zwei intensiven Bergtagen nutze ich heute, den auch in meiner Summercard inkludierten Eintritt in die Therme. Die Summer Card lohnt sich in jedem Fall, ich hätte sie auch gekauft!
Die Therme des Aqua Dome in Längenfeld bietet 12 Becken. Drei davon sind höhenversetzt an einer Art Kristall im Außenbereich. Heute war es total entspannend, im warmen Schwefelbad zu liegen, während der Regen auf mich prasselte. Das Solebecken und das Massagebecken hängen versetzt drunter. Immer wieder zogen die Wolken ein wenig weiter und gaben den Blick auf die umliegenden Berge frei.
Überrascht habe ich heute gelesen, dass das Schwefelbad hier eine lange Tradition hat und schon im 16.Jahrhundert ein Schwefelbadl hier war. Die wiederentdeckte Quelle in 1865m Tiefe ist direkt in Längenfeld. Ihr Schwefelgehalt hat eine anerkannte Heilquellenqualität und sprudelt direkt in die Therme.
Am Nachmittag laufe ich ein Stück die Straße in Richtung Zwieselstein herunter und entdecke den Wegweiser zur Moosalm. Ich muss nur ein wenig bergauf gehen und habe Glück. Die Auswahl ist etwas begrenzt, die Wirte dafür umso freundlicher. Käsespätzle zu söldenuntypisch, fairem Preis in uriger Atmosphäre. Ein kleiner Glücksgriff an diesem grauen Tag.
Tag 4 – Sölden
Über Nacht ist der Schnee in die Berge gekommen. Der „Bergfex“ sagt für heute weniger Regen voraus, und ich will den Tag nutzen. Neben der Kirche startet ein Wanderweg, der teils am Rettenbach entlangführt und im Ortsteil See in den Wald abbiegt. Nachdem es mehr als einen Tag geregnet hat, sind die Waldwege und Steige teilweise ausgewaschen.


Die Wolken hängen sehr tief und es bleibt auch nicht lange trocken. Immer wieder führen mich kleine Brücken über den Seebach.

Der Weg ist im Sommer deutlich schöner zu gehen. Es gibt einige Bänke, die zum Verweilen einladen. Heute sind sie alle nass… bzw. weiß geschneit. Gute 100 Höhenmeter, bevor ich die Alm Gampe Thaya erreiche, wird aus Regen Schnee. Eine weiße Schicht liegt auf den noch grünen Pflanzen.

Die Alm sieht super gemütlich aus und ich spreche kurz mit der Wirtin, wie ich weitergehen kann. Gerne wäre ich eingekehrt, aber der Schnee wird stärker und ich gehe lieber weiter. Der erste Abschnitt bis zur Alm.
Ein steiler Anstieg führt weiter nach oben. Es ist noch eine gute Stunde, bis ich auf Höhe von Hochsölden bin. Die Wege sind in gutem Zustand und ich entscheide mich für den schnelleren Aufstieg zur Bergstation der Giggijochbahn. Es ist so wolkig, dass ich die Seilbahn hören, aber nicht sehen kann.
Ich komme oben an, ein paar Turnschuhtouristen haben sich mit der Bahn hoch gewagt und festgestellt, dass hier nichts auszurichten ist. Mir reicht es für heute und ich fahre mit der Giggijaochbahn wieder runter. Der Weg von der Gampe Thaya zur Bergstation.

Auf dem Rückweg komme ich bei der Gaislachkoglbahn vorbei. Wie es wohl oben auf 3056 m ausschaut? Ich fahre schnell hoch. Ab ca. 2000 m ist die Fahrt komplett in den Wolken. Ich sehe nur ab und zu den verschneiten Berg. Die Überraschung ist perfekt, als ich aussteige. Vor zwei Tagen bin ich noch zu Fuß aufgestiegen, heute ist hier der Winter eingekehrt.




Tag 5 – Imst – Hochimst
Es waren nur wenige Fahrgäste im Ötztal unterwegs nach Imst. Meine Fahrt geht weiter mit dem Postbus nach Hochimst. Das Wetter hat sich beruhigt – beste Voraussetzungen für einen Tag in den Bergen. Ich lasse die Seilbahn rechts liegen und gehe den Pilzpfad zum Speichersee Hochimst.


Der Weg ist anfangs steil und im Wald noch recht rutschig. Die ersten 450 HM zur UAlm auf 1500 m vergehen dadurch recht schnell. Hier will ich aber erst auf dem Rückweg vorbeischauen. Weiter geht es an der Mittelstation der Seilbahn vorbei und ich biege rechts in den Jägersteig ein, dann aber über den Malchbach zum Almzoo. Meine erste Station ist die Latschenhütte auf 1623 m. Ich mag sie besonders, da sie etwas abseits des Trubels liegt. Die Bewirtung ist herzlich und die Atmosphäre urig.

Von hier aus ist mein Ziel, die Muttekopfhütte, schon zu sehen. Es geht angenehm bergauf, und der Weg verläuft parallel zum Malchbach, bevor er steiler bergan führt. Die kritischen Stellen wurden im Laufe der Jahre gesichert. Die alten Holzbretter über kleinen Bächen wurden durch feste Gitter ersetzt. Der Regen der letzten Tage ist noch nicht ganz versickert, sodass es auch hier noch an einigen Stellen nass ist.

Die „Mutte“ thront erhaben auf 1934 m. Heute ist es unglaublich voll. Ein Sonntag und zudem sind Nepal-Tage. Es geht darum, das Shanti School Project zu unterstützen. Schulen sollen in Nepal gebaut und renoviert werden.
Ich bleibe draußen und esse einen unglaublich guten Kaiserschmarrn. Die Gebetsfahnen wehen im Wind. Es ist bedeckt, die Sonne kommt nur kurz raus, und es ist echt kalt. Sehr lange halte ich es leider nicht aus, und drinnen ist kein Platz zu bekommen. Die Muttekopfhütte hat eigenes Merchandising mit tollem Bergmotiv oder dem Alpensalamander. Ich friere so sehr, dass ich mir spontan einen Sweatshirt kaufe. Geliebäugelt hatte ich bei letzten Besuchen schon mal damit – heute hab es dann den Grund dazu!

Mein Weg geht weiter. Der Drischlsteig wird meist in Richtung Mutte beschrieben, da man so leicht bergab geht. Persönlich gehe ich ihn lieber von der Mutte in Richtung Bergstation Alpjoch. Der Fels ist dann an meiner rechten Seite, die seilversicherten Stellen auch. Da ich überwiegend leicht bergauf gehe, sind die Sicherungen auf einer angenehmen Körperhöhe, zudem bin ich beim Bergaufgehen trittsicherer.




Der Drischlsteig ist überwiegend trocken und gut zu gehen. Am Ende stehe ich auf der Aussichtsplattform „Adlerhorst“. Von hier ist der Blick herrlich zurück zur Muttekopfhütte und den Drischlsteig. Ich bin doch froh, dass er hinter mir liegt.

Ich gehe weiter und bin kurz später bei der Bergstation Alpjoch. Das SunOrama, das Sonnendeck mit Liegen, bietet eine super Sicht auf Imst, den Hochzeiger im Pitztal und den Tschirgant.
Es gibt so viele wundervolle Berge, mit noch mehr Wanderwegen, die ich alle noch gehen wollen würde!

Mit der Seilbahn fahre ich zurück zur Mittelstation. An der UAlm lasse ich mir nur einen Hüttenstempel für mein Gipfeltagebuch geben und wandere den Fahrweg hinunter nach Hochimst. Es gibt, außer über die Skipsite, keinen schönen Wanderweg von der Bergstation zur Mittelstation.

Das Wetter ist inzwischen schön geworden. Die Sonne scheint und ich entscheide mich spontan, die Rosengartenschlucht abzuwandern. Vorbei am kleinen Badesee Hochimst und leicht bergab geht es sich sehr gut.

Der Schein trügt allerdings. Es hat sehr viel geregnet und die Felspassagen sind rutschig. Die meisten dieser Stellen sind seilversichert oder mit einem Holzgeländer gesichert. An einigen Stellen gehe ich rückwärts ab, da ich mich dann besser halten kann. Mir bringt das heute wenig Spaß. Wie es die Leute empfunden haben, die mir auf Turnschuhen entgegenkamen, weiß ich nicht, verstehen kann ich es einfach nicht.




Am Ende doch länger als geplant, eine schöne Runde in Imst.
Tag 6 – Hochötz
Abreise aus Sölden!
Die letzte Nacht habe ich in Oetz geplant. So ist die Busfahrt zum Bahnhof Ötztal nicht so weit und ich habe noch einen Tag in Hochoetz. Der Berg ist über die Jahre zu meinem Lieblingswandergebiet geworden. Wir sind ihn von diversen Seiten rauf und runtergwandert, haben hier viel erlebt.
Das Hotel 3 Mohren in Oetz liegt dazu perfekt. Ich habe Glück, kann morgens direkt mein Zimmer mit Balkon beziehen und mit meinem Rucksack zur Acherkogelbahn laufen. Die Seilbahn bringt mich auf 2020m. Die Bergkuppen sind noch weiß vom Schnee der letzten Tage und ich bin nicht sicher, ob ich zum Wetterkreuz aufgehen kann. Die Sonne scheint und ich versuche mein Glück.
Der erste Anstieg zur neuen Bielefelder Hütte auf 2150m und bis zum Einstieg in den Wanderweg geht teils recht steil bergan. Der Wanderweg startet hinter dem Drehkreuz und ist zu Beginn gut zu gehen. Mit zunehmender Höhe wird auch der Schnee mehr und ich gehe bis auf Höhe des Nachbargipfels, dem Rosskopf.


Auf 2350m entscheide ich mich gegen den weiteren Aufstieg. Der angetaute Schnee ist wieder gefroren und Neuschnee liegt drauf. Zum Wetterkreuz fehlen mir gute 200HM und der Weg zurück ist auch nicht besser. Ich wandere zurück und verbringe den Tag auf dem Berg in Hochötz.
Mein Weg geht oberhalb der neuen Bielefelder Hütte über das Schaferkreuz. Es ist zu Gedenken an verstorbene Schafhirten. Ich gehe weiter zur Balbachalm.


Hier kehre ich nicht ein, sondern gehe weiter bergab und wieder bergauf zum Rotes Wandl. Ein schöner Aussichtspunkt mit Kreuz, immerhin ein Kreuz!

Und weiter über das WIDI Versum zur Bergstation der Seilbahn. Ich habe noch genug Zeit und das Wetter ist zu schön geworden. Erneut nehme ich den ungeliebten Anstieg zur neuen Bielefelder Hütte in Angriff und folge dem Weg zur Acherberg Alm auf 1888m. Es ist ein felsiger Steig mit hohen Stufen, bei denen ich mich jedes Mal frage, wie sie Kinder oder kleinere Menschen schaffen sollen. Zum Glück ist der Weg überwiegend trocken. Abwechselnd Blockwerk, Wurzeln und Stufen sind bergab nicht unbedingt meine Favoriten. Nach den vorhergesagten 30min erreiche ich die wunderschon gelegene Alm.

Ich sitze in der Sonne auf der Terrasse und genieße die Aussicht auf die umliegenden Berge und ins Inntal. Die Bergkuppen sind weiß bedeckt und die Sonne scheint bei einem wolkenlosen Himmel.

Die Karte der Acherberg Alm ist zu verlockend, der Rückweg aber nach einem Kaiserschmarrn oder anderen schweren Speisen aber nicht leichter und so wird es ein Apfelstrudel mit Vanillesauce. Wenn die letzte Seilbahn nicht irgendwann fahren würde und ich wüsste, wie grausam der Abstieg nach Oetz von hier ist, ich könnte ewig bleiben!
Einen Hüttenstempel kann ich leider nicht bekommen. Traurig aber wahr, er wurde mitgenommen!

Ich gehe generell leichter und besser bergauf, so ist der Rückweg zur Bielefelder Hütte und von dort zurück zur Bergstation anstrengend aber nicht so schwer, wie der Hinweg.
Auf dem Weg zur Seilbahn ist es leer auf dem Berg geworden. Es sind die letzten Gondeln, die jetzt fahren.


Der Bergtag ist dann doch ein wenig anders gekommen, aber Hochoetz ist immer wieder schön!
Meine Wanderwoche in Tirol neigt sich dem Ende zu. Der Muskelkater ist komplett ausgeblieben, das fasziniert mich am meisten! Der Höhenunterschiede -> Hamburg mit einer Höhe von 6m nach Sölden auf 1377m machen sich nicht einmal bemerkbar. Ich bin viele Wege gelaufen, die ich schon kannte. Einige Aufstiege zu Hütten habe ich nicht gemacht, da diese bereits geschlossen waren oder die Seilbahnen nicht mehr fuhren. Sie hätten mir den leidigen Abstieg erspart.
Die Strecken mit dem Bus dauern schon seine Zeit. In den meisten Fällen hat der Ötztaler sogar einen Fahrradanhänger dabei, auf dem man kostenfrei sein Rad mitnehmen kann. Im Bus gibt es WLAN und die traumhafte Umgebung helfen, langen Fahrzeiten zu genießen. Hier entschleunigt eine Busfahrt. Gefühlt hält er an jeder Milchkanne, mich hat das nicht einmal gestört. Ich hätte ewig durchs Tal fahren können. Die umliegenden Berge haben eine entspannende Wirkung auf mich.
Ich bin endlich zum Gaislachkogl aufgewandert. Einen ganzen Tag hatte es geschüttet, so dass ich den Tag nicht gewandert bin und der Folgetag auch noch sehr nass auf den Bergen war. Bei Schnee habe ich dann auch die Sonnenaufgangswanderung auf den 3000er nicht gemacht und mich auch gegen eine Wanderung in Vent entschieden. Auf den Bergen war ich oft allein oder habe kaum Leute getroffen, bis auf den Wandersonntag in Hochimst. Hier ist das Bergangebot noch in vollem Gange. Die Einsamkeit habe ich genossen, sie ist es, die Gedanken schweifen lässt. Hier komme ich zur Ruhe und tanke Kraft für das Winterhalbjahr im Norden.
Mein Fazit? – „Jeden Tag Tirol“ ist zwar nicht möglich aber immer wieder mal ein paar Tage Tirol machen unendlich glücklich!


