10 Meilen um den Airport HAM

wp-17188185466472844549238220299190

Einen Flughafen mitten in der Stadt zu haben mag einerseits ein Luxus sein, andererseits natürlich auch eine Lärmbelastung für die Anwohner. Für uns, die wir im angrenzenden Stadtteil wohnen, ist der Flughafen auch ein Naherholungsgebiet. Im September findet der alljährliche Airport Race statt. Ein 10 Meilen Lauf einmal um den Flughafen, inklusive dem Hochlaufen einer Parkhausschnecke. An allen anderen Tagen findet man Pendler, Spaziergänger, Wanderer, Jogger, Radfahrer und vor allem Planespotter. An einigen Stellen sind kleine Schiebefenster im Flughafenzaun, hier kann man direkt die Kamera durchstecken. Die Profis bringen ihre eigenen Leitern mit und sind mit besten Kameras ausgestattet.

Etliche Male bin ich bereits mit dem Rad herumgefahren, gelaufen oder gegangen.

Ich starte in Hamburg Niendorf über die Straße Sootbörn komme direkt zum südlichsten Zipfel der Start/Landebahn Niendorf und bin direkt auf dem Weg, der mich einmal um den Flughafen führt. Abhängig, wie ich auf Höhe der Airport Terminals gehe, muss ich nur eine weitere Ampel für die kommenden 16km erwarten.

Dem Sandweg folge ich im Uhrzeigersinn. Auf meiner linken habe ich nun fast durchgehend den Flughafenzaun, rechts beginnen die ersten Schrebergärten.

Die Umgebung auf beiden Seiten des Zauns ist recht ruhig, so sind immer wieder Hasen und auch Greifvögel neben den Möwen und Tauben zu beobachten. Ab und an habe ich schon Rehe am nördlichen Ende beobachtet. Der Flughafen zählt jedes Jahr nicht wenig Vogelschläge und setzt daher zur Vertreibung gezielt Falken ein. Die Fuchsfamilie habe ich leider noch nie sehen können. Dafür aber den Falken und zahlreiche Bussarde. Über 130 Tierarten leben hier am Flughafen. Mehr als 200.000 Bienen fliegen hier am Airport und sind nicht nur für den bekannten Flughafenhonig zuständig. Sie liefern auch Daten zur Luftqualität am Airport. Das Projekt läuft schon über 20 Jahre und wurde in 2018 bereits ausgezeichnet.

Mein Weg führt mich durch Schrebergartenwege und kurz vor der Lufthansa Basis, wieder an den Weg beim Jäger. Einen guten Kilometer folge ich der Strasse. Kurz hinter der LH Basis geht es zum Himmelschreiber Café. Das Café bietet nicht nur den Planespottern eine gute Sicht auf das Rollfeld. Es ist direkt neben dem Geschäftsfliegerzentrum (GAT) und neben dem Startplatz des Hubschraubers. An sonnigen Tagen ist es hier schwer einen Platz zu finden. Das Personal ist super aufmerksam und freundlich. Ich gehe heute weiter den Weg beim Jäger bis zur Kreuzung mit der Flughafenstrasse und biege links ab.

An der Ampel gehe ich zum Terminal und vor diesen entlang. Alternativ kann man auch über die Flughafenstrasse gehen und hinter dem Zaun einem Wanderweg folgen. Ein kleiner Wegweiser weist den Weg zu den Zwangsarbeiterbaracken, die man hier noch besichtigen kann.

Beide Wege führen am nördlichen Ende wieder zusammen. Am Ende der Terminals führt die Flughafenstrasse über den Wanderweg. Hier habe ich einen tollen Blick über die Start/Landebahn auf das Volksparkstadion.

Durch ein kleines Wohngebiet führt die Strasse Holtkoppel wieder an den Wanderweg. Hier kann man die Strasse kurz hochgehen und hat vom Coffee to Fly noch einmal einen tollen Blick auf die Terminals und die nördliche Start/Landebahn. Es ist immer sehr voll, so dass die Strasse um das Café meist vollgeparkt ist. Ich wandere weiter und komme erneut durch ein kleines Waldgebiet, das Rothsteinsmoor Überall stehen Bänke und man kann gut verweilen.

Am nördlichen Ende komme ich direkt an den Krohnstieg und gehe auch hier wieder nach links. Oberhalb des Krohnstiegstunnels gibt es wieder eine kleine Aussichtsplattform, von der man gut das Treiben auf dem Flughafen sehen kann. Die Schnecke herunter komme ich in den Flußgänger/ Radfahrer Tunnel des Krohnstiegtunnels. Er ist nur gute 400m lang und führt direkt auf die Niendorfer Seite, unter der Startbahn hindurch.

Kurz die Steigung nach oben gegangen, stehe ich an einem Eingang im Lärmschutzwall, der mich linkerhand wieder zum Flughafenrundweg führt. Auch hier findet man auf einer kleinen Anhöhe direkt wieder Bänke. Der Weg ist nicht zu verfehlen und führt immer weiter am Zaun entlang. Die Tarpenbek begleitet mich immer wieder. In den letzten Jahren wurden auch hier einige Stellen wieder renaturiert und bieten wieder einen natürlichen Lebensraum. Vorbei am Rahsee mit einem kleinen Badestrand, der meist von Hunden genutzt wird, komme ich rechterhand wieder dichter an die Kleingärten. An manchen Stellen ist der Weg recht eng. Wenn es parallel die Möglichkeit gibt, auf der Strasse zu gehen, oder mit dem Rad zu fahren, lohnt es sich auszuweichen.

Der Otto-Bierstedt-Wanderweg bringt mich wieder zurück zum Sootbörn. Auf der Strecke bieten sich immer wieder Möglichkeiten, auf die Startbahn zu schauen. Die abfliegenden oder ankommenden Flugzeuge sind hier sehr nah. Es tummeln sich die Planespotter besonders an diesen Stellen.

Hinterlasse einen Kommentar