Radtour – Große HafenRunde ab Niendorf

Radfahren ist eine wunderschöne Art, die Umgebung zu erkunden und an spannenden Orten einfach anzuhalten. Ich habe diese Freiheit für mich wieder entdeckt und liebe diese friedliche Fortbewegung 🚲

Von Niendorf fahre ich entlang des Tarpenbekwanderwegs, vorbei am Eppendorfer Mühlenteich, dem Winterquartier der Hamburger Alsterschwäne, weiter zum Leinpfad. Hier an der Oberalster entlang auf der Fahrradstrasse bis zum nördlichen Außenalsterufer. Von der Krugkoppelbrücke eröffnet sich ein super Blick auf Hamburg. Der Harvestehuder Weg, am westlichen Alsterufer, ist inzwischen auch eine Fahrradstraße. So teile ich mir die Straße nur mit anderen Radfahrern, den Touristenbussen und einigen Autos, die es einfach nicht verstehen können, dass sie hier nicht hergehören.

Zwischen Außen- und Binnenalster fahre ich über die Kennedybrücke und unter den Bahngleisen durch und auf den Hauptbahnhof zu. Kurz hinter den Deichtorhallen, am Oberhafenkanal, beginnt der großartige Weg, der mich am Kanal entlang auf die Neue Elbbrücke zu führt. Heute fahre ich über die Brücke.

Neben der Fahrbahn ist ein Fuß-/ Radweg, der mich direkt auf die Veddel bringt. Am Spreehafen entlang, komme ich über die Klütjenfelder Radwegbrücke wieder in den Genuß der Hamburger Skyline. Ein Blick in die andere Richtung und ich sehe die LKW, die sich über die Köhlbrandbrücke schieben.

Über die Ellerholzbrücke fahre ich heute über den Roßdamm in Richtung Moorburg. Die Köhlbrandbrücke liegt nun direkt neben mir, ich kann sie allerdings nicht sehen. Ich habe eher mit den LKW zu kämpfen, die offensichtlich nicht mit Fahrradfahren rechnen und mich ein paar Male zum Schreien bringen. Meine Erfahrung ist, dass sie das eher hören, als mein klägliches Klingeln. An kritischen Ausfahrten schaue ich mich mehrfach um und halte im Zweifel, bevor ich fahre. Hier begegne ich heute sehr wenigen anderen Radfahrern und einem Jogger! Eine Belohnung für die wirklich unattraktive Hafenstrecke mit viel Industriecharme folgt mit der Kattwykbrücke. 1973 wurde die erste der beiden Hubbrücken über die Süderelbe im Hafen gebaut. Von 2017 -2020 folgte die zweite Brücke. Zum Glück ist wenig los, so habe ich genug Platz und Ruhe, die Aussicht und Brücke zu genießen. Die neuere der beiden Brücken ist mit einer Spannweite von gut 130m die längste Hubbrücke Europas.

Über den Moorburger Elbdeich fahre ich durch Altenwerder. Besonders schön ist es tatsächlich nicht. An der A7 Waltershof komme ich in den Genuß von nervigen Baustellen, die erst verwirrend sind, am Ende aber die Weiterfahrt nach Finkenwerder nicht behindern. Der Radweg auf dem Aue Hauptdeich führt am Finkenwerder Vorhafen entlang und ich habe immer wieder den Blick auf den Hafen. Ich fahre bis zum Fähranleger Rüschpark und komme direkt auf die nächste Hafenfähre nach Teufelsbrück. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten einmal über die Elbe. Am Elbufer entlang fahre ich heute bis zu den St Pauli Landungsbrücken.

Ich bin nicht rechtzeitig abgebogen und muss daher in Övelgönne das Stück schieben, in dem die alten Kapitänshäuser stehen. Einen Zwischenstopp lege ich im Fischbeisl an der Großen Elbstrasse ein. Die Fischbrötchen hier sind wirklich legendär und das kleine Fischrestaurant hat einiges an Geschichte zu erzählen.

Von den Landungsbrücken schlage ich noch einen Haken durch die Dietmar Köhl Strasse. Im Portugiesenviertel gibt es nicht nur viele portugiesische und spanische Restaurants, sondern auch einen meiner Lieblingsläden, in dem ich gerne stöbere und mich für die knappe 56km – Fahrradtour belohnen möchte, die ich heute fahre. The Art of Hamburg gibt es zwei Mal in Hamburg. Mich begeistern die Unikate und tollen kleinen Kunstwerke. Es gibt viele Hamburg Souvenirs, Shirts und Pullis, meist aber nicht so originell. Hier lohnt sich immer ein Abstecher.

Weiter durch die Neustadt, fahre ich heute mal den Mittelweg, durch Harvestehude, bis ich wieder an den Leinpfad stoße, den ich für die Rückfahrt nutze.

Ein bisschen Nachsehen muss man schon haben, wenn man in Hamburg radfahren möchte. Im Hafengebiet gibt es tolle und inzwischen viele Radwege, aber hier herrscht nun einmal Vorfahrt für die LKW, das ist vielleicht nicht immer wahr, aber die gesündere Einstellung.

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