Ein langes Herbstwochenende London steht an. Mein erster Besuch in London. Vom Flughafen fährt die Elizabeth Line direkt an Canary Wharf vorbei in die Stadt. Wir hatten uns bewusst für eine Unterkunft etwas ab vom Schuss entschieden. Canary Wharf auf der Isle of Dogs befindet sich im ehemaligen Hafengebiet. Parallel entsteht hier ein financial District. Die unterschiedlichen Gebäude machen einen ganz spannenden Mix.

Für die Metro haben wir uns die Oyster Card am Flughafenbahnhof gekauft. Man lädt sie mit einem Betrag auf und scannt die Karte beim Ein- und Aussteigen. Wenn man den Wert der Tageskarte (etwa 15 Pfund) erreicht hat, zahlt man nichts mehr für weitere Fahrten. Die UBER Boote auf der Themse sind hier nicht inbegriffen.
Wir wollen London an diesem Wochenende herumlaufen und die Stadt genießen. Dazu fahren wir mit der DLR direkt zu Tower Bridge und starten dort unseren ersten Spaziergang am Freitagnachmittag. Es ist kalt und windig aber trocken.

Seit 1896 verbindet die Straßenbrücke die Stadtteile Southwalk und Tower Hamlets miteinander.


Wir spazieren bei kaltem, aber sonnigen Wetter den Queen´s Walk an der Themse entlang. Immer wieder stehe ich staunend vor den beeindruckenden Gebäuden, die sicher keine spezielle Bedeutung haben. Sie sehen einfach alle toll aus. Auf unserem Weg passieren wir einige Brücken, wie auch die Millenium Bridge, Blackfriars Bridge, die Waterloo Bridge, die Westminster Bridge und gehen über die Lambeth Bridge in die Victoria Tower Gardens.

Es beginnt zu dämmern, als wir auf Höhe Westminster sind, dafür haben wir jetzt die Möglichkeit, tolle Bilder zu machen. Die beleuchteten Brücken und Gebäude machen es gleich noch einmal schöner und ich könnte noch Stunden durch die Stadt laufen, wenn es nicht so kalt wäre.





Wir spazieren noch etwas durch Westminster und landen letztlich im Two Chairman Pub. Besonders groß ist er nicht, dafür haben wir Glück und zwei Plätze ergattert. Die Preise sind, selbst für uns, recht hoch. Das wussten wir. Mich begeistert tatsächlich, dass man immer direkt zahlt, bezahlt was man konsumiert. Es entsteht nicht jedes Mal die Trinkgelddiskussion. Gerade auf Reisen gebe ich oft mehr als üblich. Hier kann man Tip auf der Bar hinterlassen oder es eben, wie die meisten hier, lassen. Dafür gehe ich auch gerne direkt an die Bar und bestelle mein Bier direkt. Die Stimmung ist entspannt. Von einer sterbenden Pubkultur, würde ich wenigstens für London Downtown, nicht sprechen. Die Pubs, die wir in den Tagen von innen und außen gesehen haben, waren alle gut gefüllt.
Für den zweiten Tag haben wir uns den Buckingham Palast vorgenommen. Leider regnet es heute und ist nicht mehr ganz so kalt. Wir nehmen die Metro bis Green Park und gehen durch den Park zum Palast. Es ist unglaublich, nicht dass ich dachte, dort allein zu sein.

Wir versuchen wenigstens ein Foto ohne weitere Touristen zu machen und dann im Nieselregen weiter zu gehen. Den Construction Hill gehen wir zum Wellington Arch entlang. Das Wetter erholt sich so überhaupt nicht und wir entscheiden uns gegen den Hyde Park.

Bei der Metro Knightsbridge biegen wir in die Brompton Road ab. Vor dem bekannten Kaufhaus Harrods tummeln sich Menschenmassen, die die Fassade fotografieren und hineinstürmen. Wir bleiben stehen und bestaunen die pompöse Fassade. Zum Shoppen haben wir absolut keine Lust, wollen lieber die Stadt erlaufen und gehen ein Stück mit dem Schwung.


In South Kensington schaffen wir es mit Mühe in einen Bus und sitzen oben. Die Strecke ist gleich zum Hinweg, nur sind nun noch mehr Menschen auf Shoppingtour unterwegs. Die Busse stehen eigentlich alle im Stau, dazwischen die typischen Taxis.

In St James´s ist die Burlington Arcade, eine Einkaufspassage aus dem 19.Jahrhundert mit sehr exklusiven Geschäften. Letzte sind nicht der Grund unseres Besuches, sondern eine Art James Bond Museum mit Bar, anlässlich des Jubiläums von Goldfinger. Wir warten einen Moment und haben Glück, im Souterrain einen Platz zu bekommen. Im Hintergrund laufen ausschließlich Bond Themes, Wände und Decken sind in Gold, unterschiedliche Requisiten kann man hier bestaunen. Die Barkarte ist exklusiv und natürlich passend. Wir gönnen uns sündhaft teure Longdrinks. Alleine hier zu sitzen, ist einfach etwas besonderes. Natürlich gibt es im 1. Stock auch eine Merchandise Abteilung, in der man noch ein paar lustige Artikel kaufen kann.


Am Sonntag fahren wir mit der Metro nach Greenwich, frühstücken dort in einem der vielen kleinen Cafés.

Von hier gehen wir ein Stück durch den angrenzenden Greenwich Park, vorbei am maritimen Museum zur Themse, wo die Cutty Sark liegt. Ein restauriertes Segelschiff, das man auch besichtigen kann. Wir stehen direkt am Anleger der UBER Boote und steigen spontan auf die ankommende Fähre in Richtung Stadt. Jetzt fahren wir an den Sehenswürdigkeiten mal auf dem Wasser vorbei. Eines fehlt uns noch und das sieht man vom Wasser aus am besten – das MI6 Gebäude aus den Bond Filmen. Es ist keineswegs in die Luft gesprengt worden und ist sehr unscheinbar.

Wir fahren weiter bis Battersea Park. Hier ist in einem alten Kraftwerk ein Einkaufszentrum entstanden. Die Läden reizen uns nicht, das Bauwerk ist allerdings schon sehenswert! Zudem ist vor dem Gebäude ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut.

Die London Tube, Metro, ist nach der Tunnelmethode erbaut. Sie liegen bis zu 50m tief. Die Rolltreppen fahren deutlich schneller, als wir es gewohnt sind. Mindestens 11 Linien fahren durch die Stadt. Sie fahren schnell, sind klein und eng und fahren häufig. Ebenso klein und fast rund wirken die Züge. Im hinteren Eingangsbereich konnte ich am besten stehen 😊.
Wir fahren mit der Tube zurück in die Stadt. Für mich eine neue Erfahrung, ich kann teilweise nicht aufrecht stehen. Sie ist klein, eng, es ist warm und man steht dicht an dicht. Absolut nicht meine bevorzugte Fortbewegung. Wir steigen etwas früher aus und gehen noch ein wenig durch die Stadt, genießen wieder die beleuchteten Gebäude.




Für unseren letzten Tag haben wollen wir noch einen Second Hand Filmladen suchen. Leider ist es hier in der Stadt weniger erfolgreich als in Greenwich, wo wir am Samstag recht erfolgreich waren. In der Nähe der Oxford Street schauen wir uns ein wenig um, sammeln Eindrücke und steigen an der Bond Street wieder in die Tube nach Canary Wharf. Auch wenn unser Rückflug erst gegen Abend geht, es braucht Zeit, zum Flughafen zu kommen. Heathrow ist riesig und man sollte schon ein wenig Zeit einkalkulieren, bis man die Sicherheitskontrollen erreicht hat und sie hinter sich gebracht hat.




Einen letzten Pub nehmen wir noch mit – zu verlockend und gemütlich ist es im The Ring.


Als wir unser Gepäck aus dem Hotel holen, herrscht in Canary Wharf ein tolles Sonnenuntergangslicht. Auf dem Wasser fahren schon wieder die ersten Hot Tubs herum. Eine sehr entspannte und friedliche Situation, die wir in ganz London vorgefunden haben. Egal wann und wo, war es eigentlich nie unangenehm stressig. Sicher hätten wir viel mehr Sehenswürdigkeiten ablaufen können. Ich finde es immer wichtig, von einer Stadt, einem Ziel, mehr mit zu bekommen, als nur die Hot Spots. Viel mehr Spaß bringt es mir, mit dem Bus durch die Gegend zu fahren und die Menschen zu beobachten, die Straßen mit den Gebäuden zu erlaufen. So erlebe ich eine Stadt ganz anders, gefällt es mir, kann ich ja wiederkommen und den Fokus anders setzen. Bei London werden wir das bestimmt machen!
