passagem de ano em Cascais 2023/24 e Lisboa

Cascais liegt etwa 25km westlich von Lissabon an der Atlantikbucht. Der Yachthafen und die Ozeannähe prägen das Stadtbild des kleinen Ortes, der mit Estoril eine Gemeinde bildet. Es gibt viele kleine Geschäfte, Restaurants und Bars. Zudem ist Cascais in nur 40min perfekt mit dem Regionalzug ab Lissabon zu erreichen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Spaziergänge, Jogger, man kann Fahrräder mieten oder einfach nur entspannt am Strand, der Promenade oder den Gassen herumschlendern. Zur Weihnachtszeit ist auch Cascais großartig illuminiert und an der kleinen Bucht ist ein kleiner Wintermarkt mit einem Riesenrad aufgebaut.

Wir schätzen das friedliche und wenig aufregende Sylvster in Lissabon, das allerdings in den letzten Jahren immer kommerzieller wurde. Es gibt ein großes Feuerwerk am Tejo für alle und wenig individuelle Böller und Raketenaktivitäten. Zudem ist es wärmer als in Norddeutschland und man kann bis abends entspannt durch die Gassen laufen.

Dieses Jahr wollen wir etwas Neues ausprobieren und haben uns über Sylvester eine Ferienwohnung in Cascais gebucht. Der kleine Ort war gut besucht, überwiegend von Einheimischen, wenig ausländische Touristen, haben eine entspannte Atmosphäre hergestellt. Am Sylvesterabend hatten einige Restaurants besondere Menüs, viele waren aber ganz normal geöffnet. Der Ort füllte sich schon einen Tag zuvor mit vielen Gästen zum Wochenende.

Cascais hatte bereits zuvor mit Portugals größter Drohnenshow, einem passenden Feuerwerk und musikalischer Begleitung geworben. In der kleinen Bucht war es super voll. Ein Stück weiter an der Strandpromenade war problemlos ein Platz zu bekommen.

Einige saßen auf Klappstühlen am Strand, andere standen an der Promenade oder waren auf Terrassen der Restaurants. Jedes Jahr überrascht mich hier in Portugal, wie sorgsam die Gäste mit den mitgebrachten Getränkeflaschen und Resten umgehen. Kaum Müll bleibt liegen, das sieht an anderen Orten in Portugal ganz anders aus. Kurz nach Ende des Feuerwerks waren schon die ersten Leute zum Baden ins Wasser gelaufen, die Stimmung gelassen und entspannt. Wir schlenderten noch ein wenig herum und genossen das friedliche Treiben.

Der Neujahrstag beginnt mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Wir spazieren querfeldein, parallel zur Küste durch die Straßen und kommen auf Höhe von der Casa da Guia wieder an die Küste. An der Ortsausfahrt von Cascais in Richtung Guincho findet sich dieser bezaubernde Ort. Rundum den restaurierten Palast aus dem 19.Jahrhundert finden sich in einem Garten diverse kleine Geschäfte, Bars und Restaurants. Viele Plätze bieten einen tollen Atlantikblick.

Wir laufen noch ein Stück weiter. Der Radweg führt in beide Richtungen und wird viel von Fußgängern genutzt – der Fußweg ist etwas stiefmütterlich gehalten. Heute ist die Strecke entlang am Atlantik richtig voll. Auf dem Rückweg kehren wir ein. Eine Brasilianerin bietet Wein aus dem Alentejo und spezielle Pralinen an, die unfassbar gut sind.

Zurück nach Cascais, spazieren wir am Ozean entlang und beobachten die immer stärker werdenden Wellen.

Am Boca do Inferno, dem Höllenschlund, brechen die Wellen an der hohen, schroffen Felswand. Eine Art Schlucht ist hier in den Klippen, durch eine Art Felstor donnern die Wellen. Normalerweise konnte man hier über einen kleinen Weg weiter nach unten gehen und dichter an dem Felstor zu sein. Dieser Weg war die Tage inzwischen verschlossen. Generell waren viele Wege zu den Klippen abgesperrt.

Etwas weiter, vorbei am Leuchtturm Hotel, Farol Design Hotel, kommt man zum Faro de Santa Marta. Hier findet sich das Leuchtturmmuseum und viel Infos zur Geschichte der Leuchttürme in Portugal. Das Museum ist kostenfrei und man hat von hier einen schönen Blick auf die Küste.

Eine kleine Bar lädt zum Verweilen in der Sonne ein.

Die kleine Brücke oberhalb der Praia Santa Marta führt vorbei an der Casa de Santa Maria, dem Museo Condes de Castro Guimares und dem Parque Marechal Carmona. Auch der Besuch der Casa Santa Maria ist kostenfrei. Wir schauen uns ein wenig um. Im Parque ist ein großes Areal für den Christmas Markt abgetrennt. Familien ziehen scharenweise hierher und freuen sich noch Tage nach Weihnachten an Weihnachtsmusik.

Wir biegen rechts zum Yachthafen ab. Ein Bereich mit Bars, Seafoodrestaurants und Geschäfte, die sich um Schiffahrt drehen, findet man hier. Im ersten Stock finden sich Bars mit super Sonnenuntergang und Blick auf den Leuchtturm auf der einen Seite und der kleinen Bucht von Cascais auf der anderen Seite.

Auch im Januar hat man hier keine Schönwettergarantie, aber auch kurze Regengebiete sind schnell verzogen und machen wieder Platz für die Sonne.

Wir nutzen so einen Tag, um mit dem Bus nach Praia da Guincho zu fahren. Ein Tagesticket für die Busse kostet 2EUR, das Busterminal ist direkt neben dem Bahnhof. Nach einer knappen halben Stunde durch Wohngehbiete sind wir wieder am Atlantik. Die Nebensaison ist zu merken. Einige Bars sind geschlossen. Die Wellen ziehen dennoch einige Surfer und ein paar Neugierige an. Es ist zu verlockend, ich muss zumindest mit den Füßen ins Wasser! So kalt ist es auch gar nicht und gibt mir ein wohliges Gefühl, mit meinem Lieblingselement verbunden zu sein. Eine Bar am Ende der Bucht ist geöffnet und schafft etwas Surferstrandflair. Wir stranden für eine Weile und wandern etwas umwegig zurück zum Bus nach Cascais.

Eine Woche Cascais im Winter ist super erholsam. Die Spaziermöglichkeiten an der Promenade in Richtung Lissabon oder eben in Richtung Guincho sind endlos. Trotz der vielen kleinen, individuellen Geschäfte und Restaurants, merken wir auch hier die Veränderung. Ein großes Einkaufszentrum ist geschlossen und beheimatet gerade noch einen engen Supermarkt. Vor allem ist ist im Winter wenig überlaufen, manchmal scheint es fast etwas verlassen. Wer das mag, ist hier genau richtig.


Der Vorortszug bringt uns nach Lissabon - denn ohne einen Aufenthalt in dieser wunderbaren Stadt könnten wir nicht hierher reisen. Der Zug ruckelt entlang der Strandbäder und entlang des Tejo, vorbei an Belem, schließlich nach Cais do Sodre in Lissabon.

Bei Ankunft regnet es und wir springen in den nächsten Bus zum Praca do Comercio. Normalerweise kann man den knappen Kilometer gut zu Fuß gehen. Wir freuen uns auf drei Nächte im Pestana CR7 Hotel, mitten im Zentrum, nahe des Tejo. Der Ronaldo Hype im Hotel scheint verflogen. Es ist ein gutes Hotel mit einer super Sportsbar. Die Fahrstühle, die zu Beginn des Hotels, den Werdegang von CR7 bei der Fahrt zeigten, sind nun schlicht und farblos. Einzig bleibt der Torjubel, der beim Vorbeigehen an Beginn des Flures ertönt, wenn man dort vorbeigeht. Der wird nachts abgestellt. Geblieben ist der kleine Merchandisebereich im Eingang, oder die Trikots in der Bar. Unser Zimmer zur Straße im 5.Stock ist ausreichend, hat einen französischen Balkon und lässt fast den Blick auf den Praca do Comercio zu.

Der Regen hört auf und wir gehen zum großen Platz am Tejo. Der beleuchtete Weihnachtsbaum steht noch hier. Die gesamte Weihnachtsbeleuchtung erhellt die Stadt und strahlt noch ein wenig Ruhe aus.

Überraschend ist die Rua da Prata für den PKW Verkehr gesperrt. Die eine Seite ist für Fußgänger und Radfahrer und die andere für die Tram. Ich bin begeistert, einfach eine Strasse zu sperren und das scheinbar nicht nur zeitweise.

Bei unserem letzten Besuch hier war uns die Veränderung der Stadt aufgefallen. Viele alt eingesessene Geschäfte, Restaurants und Bars waren verschwunden. Renovierte Gebäude werden von touristischen Geschenkläden oder Ketten eingenommen. Das Stadtbild hatte sich traurig zum Negativen verändert. Ein wenig scheint zurückgekommen zu sein.

Am Abend gehen wir am Tejo entlang in Richtung Museo do Fado. Leider finden wir den nützlichen Fahrstuhl nicht und nehmen die Treppen hinauf in die Alfama.

Wir spazieren durch die kleinen, engen Gassen und genießen die heutige Ruhe.

Heute finden wir hier keine Einkehr und laufen, vorbei an den Aussichtspunkten und der Burg vorbei. Praktischerweise gibt es hier am Supermarkt einen Fahrstuhl und etwas weiter noch einen, der uns fast wieder ins Zentrum hinab führt.

Durch die Straßen zum Rossio..

und über die Calcada do Duque nach Baixa Chiado hinauf. Neben dem Rossio Bahnhof

führt die Treppe hoch ins Chiado.

Das einst von bunten Bars gezeichnete Viertel, das hier beginnt, hat allerdings an Charme verloren. Auch hier ist eine Veränderung zu Kommerz und langweiliger Einheitsunterhaltung eingezogen.


Drei Tage Lissabon sind für uns perfekt, da wir die Stadt gut genug kennen, um hier ein wenig in den Tag zu leben. Wir nutzen den Tag und fahren mit der Metro nach Oriente. Hier ist das inzwischen in die Jahre gekommene EXPO 1998 Gelände. Die Veranstaltungsgebäude werden für Tagungen und Konzerte genutzt. Das Oceanario lassen wir heute aus, obwohl das Aquarium wirklich einen Besuch wert ist. Stundenlang sitze ich gerne und beobachte den Mondfisch und die Mantas in dem großen Becken, um das man herumgehen kann. Wir nutzen den etwas sonnigen Mittag und spazieren am Tejo entlang. Immer die Ponte Vasco da Gama im Blick. Die 17km lange Brück scheint über den, hier recht breten Fluss hinüberzugleiten. Der Halbmarathon im Frühjahr startet hier und lässt uns immer an den Lauf in 2016 zurückdenken. Mit dem Bus wurden alle Teilnehmenden einmal über die Brücke gefahren und dann auf dem Rückweg ca 2.5km vor Ende der Brücke abgesetzt. Der Start war auf der Brücke, verlief einmal bis zum Bahnhof Sta Apolonia und zurück nach Oriente.


Den letzten Urlaubstag nehmen wir uns den klassischen Spaziergang am Tejo in Richtung Belem vor.

An der Promenade entlang gehen wir auf die zweite große Brücke über den Tejo, die Ponte do 25 Abril zu. Sie ist Bestandteil des zweiten großen Halbmarathons der Stadt. Hier ist der Start auf Höhe der Statue Christo Rei und führt über die Brücke in Richtung Belem. Viele Portugiesen scheinen sich nur anzumelden, um einmal zu Fuß über ihre großartige Brück gehen zu können – sehr verständlich! Wir kommen langsam auf die Brücke zu, sie ist immer wieder faszinierend!

Dieses Mal gehen wir weiter, Angler säumen den Uferrand am Fluss. Hier scheint es, als würden Portugiesen ausschließlich spazieren oder Sport machen. Radfahrer und eine Menge Jogger sind unterwegs. Die Sonne scheint und wir trinken auf der MAAT Terrasse einen Bica. Heute gibt das Wetter wieder alles – blauer Himmel mit Sonnenschein und Regen im Wechsel, der immer nur kurz durchzieht.

Auf dem Dach des Museums haben wir einen großartigen Blick auf die Brücke und in Richtung Belem.

Von hier gehen wir über die Bahngleise des Vorortszuges und zurück in Richtung Zentrum. Praktischerweise sind wir gerade bei der LX Factory mit zahlreichen kleinen Geschäften und Cafes, als ein Regenschauer über uns hinwegzieht. Kurz später ist er vorbei und wir gehen durch die kleinen Gassen von Lapa zurück. Die glatten Steine der Fußwege sind vom Regen so rutschig, dass die Leute sich auf ihnen wie auf Glatteis bewegen. Wir haben Glück und finden einen große Treppe, die uns die recht steile Strasse erspart und wir sind wieder unten am Tejo.

Drei Tage Lissabon, in den Tag leben – wir haben abseits der Touristenrouten wieder authentische Pastelarias gefunden und die Stadt wieder etwas urtümlicher erlebt. Das macht Mut und gibt Hoffnung, dass die Einwohner sich die Stadt nicht von großen Investoren und langweiligen Einheitslokalitäten zerstören lassen. Bleibt zu hoffen, dass eben nicht alle neu renovierten Häuser nur zu teuren Touristenappartments werden, sondern eben genau für die da sind, die dort eigentlich hingehören – Portugiesen. Denn ohne verliert die Stadt genau das, was sie so liebenswert macht.

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