
Jeder Hamburger wird es irgendwann einmal gesehen haben, die wenigsten haben es besucht. Nur selten, im Rahmen von der Langen Nacht der Museen oder des Tag des Denkmals, ermöglicht ein Team von Hamburg Wasser die Besichtigung des kleinen Häuschens unter der Hochbahnbrücke der U3 am Hafen.
Wir hatten Glück und konnten im Rahmen der LNdMHH durch die Tür des kleinen Häsuchens einen kleinen Teil der Hamburger Kanalisation besichtigen.
Nur knapp 3 Meter geht es unter die Erde. Ein wenig geruchsunempfindlich sollte man schon sein. Schließlich fließen unten, wenn auch sehr langsam, die Hamburger Abwasser entlang. Wir sind nur 6 Gäste, die über Instagram für dieses Event ausgelost wurden. Unser Guide für die 30minütige Führung war der Mann, der diesen Ort 2012 durch Zufall entdeckt hat. Somit sind wir an der Quelle und ekommen jede Menge an Informationen und Geschichten erzählt.

Wir lernen, dass Hamburg das modernste Abwassersystem Europas hat. Rund 500km Kanalsystem auf verschienden Ebenen verlaufen inzwischen unterirdisch und sorgen in Hamburg für eine sichere Entsorgung.
Am Fuße der Treppe findet sich eine Tür zu der kleinen Kammer.
Als sich Kaiser Wilhelm damals anküdnigt, das Kanalsystem per Bootstour befahren zu wollen, wurde schnell diese Ankleidekammer erbaut. So konnte der Kaiser den nötigen Kittel für die Fahrt anziehen. Bis heute ist nicht belegt, ob diese Bootsfahrt wirklich stattgefunden hat. An der Wand hängt ein eingerahmtes Bild der vermeintlichen Tour. Nachdem das Häuschen langezeit in Vergessenheit geraten war, wurde es 2012 wiederentdeckt. Hamburg Wasser hat es restauriert. Hierzu mussten Fliesen erneuert werden. Der Fußbodenbelag ist noch original.


Von hier sind es nur ein paar Schritte, bis man an den Kanal gelangt. Heute Abend ist hier eine abwechselnde Beleuchtung geschaltet, die die mystische Stimmung verstärkt. Leider können wir nur hier stehenbleiben und nicht weiter in das System hineinwandern. Eine braune Brühe sickert eher als dass sie fließt an uns vorbei. Oben auf ihr setzt sich eine Fettschicht ab.
Unser Guide erklärt bereitwillig und muss am Ende von seiner Kollegin gestoppt werden. Die nächste Gruppe wartet bereits oben. Zur Sicherheit sind am Ausgang Mitarbeitende von Hamburg Wasser, die Luft ist ein wenig anstrengend, es soll ja auch keiner umfallen.
Bei Hochwasser soll der Kanal bis kurz unter die obere Wölbung ansteigen. Für Besichtigungen wird dann immer geschrubbt.



Am Ausgang des Häuschens steht eine Status für William Lindley. Der britische Ingenieur wurde damals aus Englang geholt, um das System aufzubauen und zu verbessern

Der kurze Besuch in Hamburgs Schiet – Unterwelt ist sehr lohnenswert.