
Wenn Zürich nicht so unverhältnismäßig teuer wäre… aber es ist so wunderschön zwischen Bergen gelegen. Ein tolles Ziel für eine gute Mischung aus Wanderungen und Städtetrip. Anfang März ist es noch kühl aber stadtnahen Berge nahezu frei von Schnee.

Vom Hotel im Industriequartier an der Hardbrücke machen wir uns auf Richtung Limmat und gehen am Sihlquai entlang in Richtung Zentrum Es ist sonnig und überall sitzen Leute auf Parkbänken und genießen den frühen Abend. In der kleinen Pizzeria Colibri am Rander einer kleinen Piazza haben wir eine schon recht perfekte Pizza gegessen. Hauchdünner Boden, luftiger Rand, nicht überbelegt – einfach gut! Wir spazieren weiter durch die kleinen Gassen zum Limmatquai und werfen einen ersten Blick auf den Zürichsee, die Runde geht weiter über den Stadthausquai zurück bis zum Rathaus.

Ausflug nach Grindelwald – einmal den Eiger sehen

Eigentlich wollten wir mit der Bahn nach Grindelwald fahren, haben uns für mehr Flexibilität und den günstigeren Mietwagen entschieden.

Der Eiger gehört mit 3967m Höhe zu den Höchsten der Alpen. Vor der Wand zu stehen, einer der großen Nordwände mit 1800m, stelle ich mir überwältigend vor. Wir sind offensichtlich nicht die einzigen, die an diesem Samstag einen Ausflug machen wollen. In Grindelwald liegt zwar kein Schnee mehr aber auf den umliegenden Bergen wird noch eifrig Ski gefahren. Wir nehmen den letzten Parkplatz an der oberen Gletscherstraße und spazieren durch den total überlaufenen Ort hinab bis zur Talstation der Seilbahn. Auf dem Weg durchs Dorf haben wir den Eiger und die umliegenden Berge stets im Blick und können das herrliche Winterwetter mit blauem Himmel und Sonnenschein genießen.

Auf der Terrasse vom Hotel Blümlisalp legen wir auf dem Rückweg eine Pause ein. Der Ausblick von hier ist einfach traumhaft und wir sind fast die einzigen Gäste, ganz anders als im Ort ein paar Kilometer weiter unten. Die Dame scheint uns von Beginn an wenig zu mögen, was mir erst egal war, später als ich ihr Trinkgeld geben wollte meinte sie „wenn ich das wollen würde“ – ja schade, eigentlich nicht. Aber das trübt diesen wunderbaren Ausflug in die Berge nicht und der Bergkäse war richtig lecker!

Auch am Sonntag ist das Wetter traumhaft schön. Mit der S Bahn fahren wir bsi Stäfa und spazieren durch Kehlhof, den Wanderweg in Richtung Rapperswil. Oberhalb der Bahn, entlang an den Weinbergen bietet sich ein toller Blick auf den Zürichsee.


Kurz bevor wir Rapperswil erreichen, erreicht uns die Hiobsbotschaft, unser Rückflug am Montag ist gestrichen. Der Streik in Hamburg hat uns nun doch erwischt und alle Hoffnung, dass wir wenigstens landen können, ist verflogen. Auf einer Parkbank in der Sonne buchen wir den Rückflug auf Dienstagfrüh um, eine Alternative gibt es nicht. Zum Glück ist auch das Hotel noch frei und wir können ohne Umzuziehen eine Nacht verlängern. Die erste schlechte Laune weicht, als wir alles klären konnten.


Unsere Zürichcard ist noch gültig und beinhaltet eine kleine Zürichseerundfahrt, die wir nun direkt noch machen können. Wir fahren bis Oberrieden und gehen das Stück bis Thalwil, wo wir wieder einsteigen und über den See zurückfahren. Ein kalter aber wirklich toller Wintertag. Kurz vor Anlegen an der Quaibrücke kommen wir noch an einem Saunaboot vorbei. Den älteren Herren scheint es wirklich egal zu sein, sie springen entspannt ins eisige Wasser und stehen auf ihrem Boot.



Gegen Nachmittag kommt die Sonne mehr und mehr durch, der Montag ist nun ein gewonnener Sonnentag in der Schweiz. Wir machen uns zum Uetliberg auf. Von der Bahnstation Triemli gibt es mehrere Möglichkeiten, hinauf zu wandern. Die 393 hm auf etwa 4km Länge sind gut zu gehen, und es gibt einen wirklich lohnenswerten Blick auf Zürich, die umliegenden Berge und den Zürichsee von hier oben. Das Dosenbier für umgerechnet 9 Euro ist es mit dem Ausblick allemal wert.

